Franz Mandl

 

Hirtenhütten und Viehpferche im Schnalstal, Südtirol (Italien)

Ein Kurzbericht von Franz Mandl,2013

 

Bergwanderungen führen immer wieder an auffälligen Resten von Baulichkeiten vorbei. Almwüstungen mit Steinstrukturen von verfallenen Hirtenhütten und Viehpferchen begleiten uns in den Ostalpen bis knapp unter 2800 m. Das Schnalstal, ein geschichtsträchtiger Boden, wurde durch den Fund der Gletscherleiche "Ötzi" am Übergang ins Ötztal bekannt.

Verfallene Bauten zeugen vom kargen Leben in hochalpiner Landschaft, in der einstmals jedes Fleckchen für Heugewinnung und Almwirtschaft genutzt wurde. Die grobe Zeitstellung richtet sich nach der Chronologie der Almbauten. Spätmittellaterliche und neuzeitliche Almhütten werden neben ihrem eigentlichen Zweck der Viehhaltung und Sennereiwirtschaft gerne als Jausenstationen für den Tourismus verwendet.

 

Hirtenhütten und Viehpferche im Schnalstal, Südtirol, ANISA 2013

Kleine Wüstung (2000 m). Steinkranz einer Hirtenhütte neben dem Weg von der Grubalm zum Vernagtsee. Zeitstellung: Mittelalter?

 

 

Hirtenhütten und Viehpferche im Schnalstal, Südtirol, ANISA 2013

Hirtenhütte (2300 m) mit erhaltener Trockenmauer, Feuerstelle und Nische. Da keine Steine im Raum liegen, dürfte die Behausung mit einem hölzernen Pultdach gedeckt gewesen sein. Zeitstellung: Mittelalter/Neuzeit. Berglalm

 

 

Hirtenhütten und Viehpferche im Schnalstal, Südtirol, ANISA 2013

Hirtenhütte (2500 m) mit im Verfall begriffener Trockenmauer. Der umschlossene Boden ist mit Steinen bedeckt (Reste einer Steindeckung?). Zeitstellung: Mittelalter/Neuzeit. Obere Finailalm (Wüstung)

 

 

 

Hirtenhütten und Viehpferche im Schnalstal, Südtirol, ANISA 2013

Viehpferch auf 2600 m. Pferche dieses Typs schützten Schafe und Ziegen in der Nacht vor Raubtieren wie Wölfe, Luchse und Bären. Für den allabendlichen Eintrieb sind Hirtenhunde verwendet worden. An den 31 m langen und 14 m breiten Pferch war, den Strukturen nach zu schließen, an der Westseite (links) eine unterteilte Hütte aus Trockenmauern (ca. 4,00 x 15,00 m) angebaut gewesen. An der Ostseite ist eine Planierung (ca. 4,00 x 10,00 m) erkennbar (Anbau aus Holz?). Im Pferch selbst sind Steinlegungen zu erkennen. Ca. 10 m vom Nordrand des Pferchs existiert ein noch intakter künstlich angelegter Wasserzulauf (Waal). Eine archäologische Untersuchung würde die Funktion dieser Anlage besser erklären helfen und auch eine genaue Datierung ermöglichen. Zeitstellung: Mittelalter, möglicherweise auf ältere Strukturen errichtet.

 

 

Hirtenhütten und Viehpferche im Schnalstal, Südtirol, ANISA 2013

Viehpferch auf der oberen Finailalm (2500 m). Zeitstellung: Mittelalter/Neuzeit. Zur Alm-Wüstung auf der Kuppe führt ein Waal, der Wasser in ein heute verfallenes Becken leitete.

 

 

Hirtenhütten und Viehpferche im Schnalstal, Südtirol, ANISA 2013

Berglalm. Almhüttentyp aus den letzten Jahrhunderten. Heute beliebtes Touristenziel. Eine kräftige Almjause gehört dazu.

 

 

 

 

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