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Schladminger und Hallstätter Gletscher, Dachsteingebirge

Gletscherzustandsbericht 2015

von Franz Mandl

 

 

Gletscherbegehungen und Gletschermessungen 2015

 

Begehung: 12.08.2015

Schladminger Gletscher, zweiter und dritter Messstein

     Eisdeckenabschmelze am Gletscherrand: 0,30 m bis 0,90 m

     Gletscherrand Rückzug: 0,00 m

Hallstätter Gletscher/Schladminger Gletscher

     Gjaidsteinsattel 2630,54 m (Tachymetermessung)

     Gjaidsteingrat, Strommast 2668 m (Tachymetermessung)

 

Anmerkung: 17.11.2015

Derzeit sorgen die wärmsten, je gemessenen Novembertemperaturen für Schlagzeilen. Auf dem Schladminger Gletscher hat es tagsüber immer wieder Plusgrade. Der wenige Oktober- und Novemberschnee hat lediglich eine wenige Zentimeter hohe Schneeauflage hinterlassen Dementsprechend wird mit Pistenraupen Schnee zur Langlaufloipe, den Lifttrassen uns den Pisten geschoben. Viele Stellen auf dem Gletscher sind dadurch bereits wieder Schneefrei. Das blanke Eis glänzt in der Sonne. Online: www.derdachstein.at/de/dachstein-aktuell/webcam

 

Anmerkung: 20.11.2015

Auf den Gletschern beginnt der Winter.

 

 

Verwendete Karte:

Österreichkarte 3217, Hallstatt, 1:50 000 (Achtung: die Alpenvereinskarte, Blatt 14 gibt immer wieder falsche Höhen- und Ortsangaben an!).

Korrekturen: 2015

 

 

Aktuelle Informationen und Rückblicke

 

Der Winter 2014/2015 brachte eine durchschnittliche Schneedecke. Auch wirkten sich die Schneefälle im April und Mai für den Gletscherhaushalt günstig aus. Am 21. 07. 2015 wurden auf dem Schladminger Gletscher nur noch 34 cm Schneehöhe gemessen. Der Gletscher war bereits zu 60 % ausgeapert. Die Messsteine waren bereits schneefrei. Der Eispalast wurde mit einer großflächigen weißen Sonnenschutzplane abgedeckt. Diese von Umweltschützern als "Leichentücher" bezeichneten Planen werden von Jahr zu Jahr größer und erleben einen vermehrten Einsatz. Besonders an den früheren Motorenstandorten der Lifte zeigt der Gletscher seine verschmutzten schwarzen Wunden. Wassergräben leiten das Schmelzwasser des Wanderweges zur Dachsteinwarte ab. Im Bereich des Gjaidsteinsattels liegen noch bis zu 1 m Schnee, der zu Teil mit Pistenraupen hierher transportiert wurde. Eine untere Liftstütze des Schladmingerlifts ragt mit ihrem künstlichen Eis- und Schneesockel mehrere Meter aus dem Schladminger-Gletschersee. Am 13. 08 2015 wies die Schneemessstation (http://www.snowreporter.com/schneeberichte/oesterreich/steiermark/ramsaudachstein/) bereits 0 cm auf! Das Abschmelzen des Schnees beschleunigten starke Regenfälle. Am 12. 08. 2015 war der Schladminger Gletscher zu 80 % ausgeapert.

 

Die Eishöhe des Schladminger Gletschers am zweiten Messstein blieb in der Periode 2014/2015 weitgehend konstant. An Länge verlor der Gletscher an der Messstelle 0,00 m. Derzeit erfolgt eine Absenkung des Eises an einer mehrere Meter hohen senkrechten Südwand, deren Wandhöhe, die in das Eis hineinragt noch nicht abgeschätzt werden kann.

 

1947 stand an der Messmarke, von der heute die Messlinie zum Koppenkarstein beginnt, der Gletscher mit einem steilen Eishang an. Damals überragte der Gletscher um etwa 41 m die 2015er Marke. Zwischen der Gletscherstandsmarke aus dem Jahr 1947 und der aktuellen Marke von 2015 gab es einen Längenrückgang von 68,6 m (DORIS GIS Land Oberösterreich). Von der Eishöhe schmolzen von 1947 bis 2003 lediglich ca. 0,5 m pro Jahr ab. Dagegen ergaben die Messungen in den letzten 12 Jahren eine durchschnittliche Absenkung der Eishöhe durch Abschmelzen von etwa 1,00 m pro Jahr.

 

Wenn wir den Gletscherstand der AV-Karte von 1915 und die dort eingezeichnete 2600-m-Höhenschichtlinie über das Orthofoto von DORIS 2012 legen und durch eigene GPS Messungen ergänzen, erhalten wir am zweiten Messstein eine Höhendifferenz von 60 Höhenmetern.

 

1850 betrug die Fläche des Schladminger Gletschers mit den Gjaidsteinosthängen (ohne Berücksichtigung der Neigung) 2,598 km², mit dem teils vergletscherten Mittersteinkar bis zu 3,814 km² (laut Aquarell von Friedrich Simony 1842, Modereckalm). Der Umfang betrug 8,370 km. (Als Messpunkte dienten die gut sichtbaren Moränen, Schotterflächen, Erosionsflächen, Bewuchs, Wandbegrenzungen und der Gjaidsteinsattel. Quelle: Orthofoto, DORIS -Intermap des Landes Oberösterreich.)

 

2015 weist der Schladminger Gletscher nur noch annähernd 0,680 km² auf (ohne Berücksichtigung der Hangneigungen). Das ist annähernd ein Viertel der ursprünglichen Fläche ohne Mittersteinkar. Der Umfang beträgt 3,861km (Orthofoto, DORIS -Intermap des Landes Oberösterreich). Am Nordostrand des Schladminger Gletschers ist in den letzten 10 Jahren ein ca. 200 m langes und ca. 30 tiefes Tal ausgeapert. Im Talgrund liegt noch ein mehrerer Meter hoher Toteisrest. Der Sprengschotter der Militärstation-Koppenkarstein aus den 1970er-Jahren hat nun den Gletscherrand erreicht.

 

Nach der langjährigen Messreihe lässt sich feststellen, dass im Bereich der Messlinie (Gletschermarke 2015) die Eisdicke seit 1947 um ca. 41 m abgeschmolzen ist. Diese Absenkung erfolgt aber nicht gleichmäßig über den ganzen Gletscher verteilt. Denn der stärker beschattete und mit dem Schnee von Lawinen gespeiste obere Gletscherrand verliert langsamer an Höhe. Gegenwärtig und wahrscheinlich auch in nächster Zeit verlangsamt sich an der Messlinie der Rückgang der Länge, denn der Gletscher überdeckt dort noch ein kleines Karstplateau oder möglicherweise ein Karsttal bzw. eine Karstgrube. Falls sich diese Karsterscheinung bzw. das Gesteinsbett bis zu den Nordwänden des Koppenkarsteins erstreckt, könnte dort eine kleine, bis zu 100 m tiefe Gletschermasse existieren. Vielleicht ergibt sich in den nächsten Jahren die Möglichkeit, die Eistiefe mit einem Tiefenradar zu messen. Zusammenfassend mussten wir im letzten Jahrzehnt eine starke Abnahme der Eismasse feststellen, die mit der derzeitigen anthropogen beeinflussten extremen Klimaerwärmung korreliert.

 

Auf dem etwa 100 m höher gelegenen Gjaidsteinsattel wurden ähnliche Verhältnisse wie bei unseren beiden Messsteinen am Rand des Schladminger Gletschers vorgefunden. 1896 berichtet M. Groller, dass der Gletscher bis zu dem Messpunkt (2668 m) reichte "[...] um an der Schneide der beiden benachbarten Gletscher mit einer sehr zerklüfteten und verwitterten Endkuppe unter dem Firn zu verschwinden." Diese Endkuppe kann nur die Erhebung, auf der heute ein Strommast und etwas darunter eine Bergrettungshütte stehen, sein. Die hier 2014 durchgeführte Tachymetermessung ergab ebenfalls die Höhe von 2668 m! In der Gletscherkarte von A. Hübner 1901 reichte das Eis beim damaligen Gjaidsteinsattel nur noch bis 2649 m hinauf. Von diesem alten Messpunkt bis zum Gletscherbeginn von 2014 ist der Gletscher 107 m zurückgewichen. Er reicht hier nur noch bis 2630 m (Tachymetermessung) minus 1,00 m Maßstabmessung von 2015. Groller misst 1896 eine Höhendifferenz von 39 m und Hübner 1901 nur noch 20 m. Die damalige Höhe der Gletschermasse lag erheblich über dem Messpunkt des Messsteins II von 2015. Um 1900 lagerte ein von der Ramsau aus gut sichtbarer Gletschersaum von mehreren Metern Höhe auf der Südwand auf, von dem heute nichts mehr zu sehen ist.

 

 

 

Erste Begehung Schladminger Gletscher: 12.08.2015

 

 

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Messstein II. Die Eisabsenkung von Oktober 20.10.2014 bis 12. 08. 2015 beträgt 32 cm. Die Eisdeckenabschmelze von 2009 (Steintaube auf dem Messstein) bis 2015 beträgt 5,10 m.

Am nahe gelegenen Messstein III wurde eine Eisabsenkung von 0,90 m bis 1,20 m gemessen.

 

 

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Gjaidsteinsattel, 2627 m gegen NW

 

 

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Gjaidsteinsattel, 2627 m gegen SW

 

 

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Die Ausaperung des Gjaidsteingrates auf dem gleichnamigen Sattel ist besonders gut sichtbar. Sie betrug bis zum 12.08.2015 14 m Länge mit einer Eisabsenkung von 0,90 cm.

 

 

Schladminger Gletscher im Vergleich zwischen Juli 1958 und August 2015

 

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Der Winterschnee überlagert das Eis des Gletschers. Der Gletscher erstreckte sich 1958 bis hinunter in die heute eisfreien Gruben, wurde aber bereits von ausaperten Steinrücken und Kuppen unterbrochen.

Alpenvereinsjahrbuch 1958. Bildquelle: Privatarchiv.

 

 

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Der Schladminger Gletscher (2015) hat in den vergangenen 57 Jahren erheblich an Fläche und Masse verloren. Nur noch selten sind Altschnee- und Eisreste des Gletschers in Gruben und Dolinen des ausgeaperten Vorfeldes vorhanden.

 

 

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Die rasante Gletscherschmelze gibt immer schneller Felsflächen frei.

 

 

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Bergstation des Mittersteinliftes. Vor 20 Jahren reichte der Gletscher bis zur Station.

 

 

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Ein Karsttal wird im Osten des Gletschers durch die Eisschmelze freigelegt.

 

 

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Schwarze Sedimente mit einem hohen Anteil an Ruß werden Jahr für Jahr am Gletscherrand abgelagert.

 

 

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Frischpolierte Felsoberfläche mit Megalodonten (Kuhtrittmuscheln) ragen aus der zurückweichenden Eisdecke.

 

 

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Auf diesem quer zum Gletscherhang liegenden Felsrücken ist die vom Wasser gelöste wellige Seite und die glattpolierte Gletscheraufprallseite gut sichtbar ausgebildet.

 

 

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Schladminger Gletschersee

 

 

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Der Sog der Wasserschwinde des Sees ist derart stark, dass sie einen Menschen in das Höhlensystem mitreißen würde.

 

 

 

Hallstätter Gletscher: 12.08.2015 und 25.08.2015

 

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Der Hallstätter Gletscher vom Gipfel des Taubenkogels 2300 m (25.08.2015)

 

 

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Das Zungenende des Hallstätter Gletschers vom Gipfel des Taubenkogels 2300 m (25.08.2015)

 

 

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Die Zungenenden des Hallstätter Gletschers. Aufnahmestandort: Knapp unter dem Gjaidsteingipfel (2794 m)

 

 

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Die Gletscherzunge am 12.08.2015 des Hallstätter Gletschers. Aufnahmestandort: Knapp unter dem Gjaidsteingipfel (2794 m)

 

 

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Eisstein mit ausapernden Felseninsel. Nur wenige Meter ragte der Eisstein 1850 aus dem Eis. Die dunklen Wandflächen zeugen von früheren Gletscherhochständen.

 

 

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Dachsteingipfel (2995 m) mit beginnenden Hallstätter Gletscher. Die Querspalte erstand 2010 durch die massive Eisabsenkung. Siehe dazu den Gletscherzustandsbericht. Derzeit wird von einer Besteigung über die Randkluft abgeraten.

 

 

 

Umweltimpressionen

 

 

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Hubschrauberflüge für Bohrungen in die Koppenkarsteinwand

 

 

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Nur noch mit Schnee- und Eisaufschüttungen kann die Schneemessanlage stehen. Ihre Angaben im Internet sind unbrauchbar.

 

 

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Schmelzwasserschwinde im Bereich des Hunerkogels.

 

 

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Plastikplanen schützen den "Super-Park" vor der Abschmelze.

 

 

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Trostloser Wanderweg entlang der abschmelzenden Skiliftstützensockeln.

 

 

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Pistenraupenflotte auf dem dahinschmelzenden Schladminger Gletscher.

 

 

 

Rußkugeln auf der Piste

 

 

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Langlaufskiwachstuben zieren den Gletscher.

 

 

 

Rettungsmaßnahmen zum Erhalt der Skianlagen.

 

 

 

Rettungsmaßnahmen zum Erhalt der Skianlagen.

 

 

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Umweltverschandelnde Plastikplane schützt einen künstlich angehäuften Sprunghügel

 

 

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Der Eispalast glänzt mit Hässlichkeit.

 

 

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Plastik schützt den "Eispalast" vor dem abschmelzen.

 

 

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Massenandrang am Eispalast.

 

 

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Touristen bestaunen einen Plastikberg.

 

 

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Umwelt zerstörender hochalpiner Massentourismus mit Gratistickets für die Seilbahn. Ein Symbol des oberflächlichen Umgangs mit unserer Umwelt.

 

 

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Wandgerüst zur Unterhaltung der Masse

 

 

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Blick durch den Panoramarahmen.

 

 

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Blick ohne Panoramarahmen.

 

 

 

Klimabericht Österreich 2015

Juli wärmster Monat der Messgeschichte: http://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/klima-aktuell/monatsrueckblick

Klimaspiegel: http://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/klima-aktuell/klimaspiegel/jahr/wien_hohe_warte/?jahr=2015

 

 

 

Zusammenfassung:

Die Bewirtschafter des Schladminger- und Hallstätter Gletschers verstehen nicht, dass der Kampf gegen die Natur schon längst verloren ist. Anstatt nachzugeben, wird mit technischen Maßnahmen verschlimmert anstatt verbessert. Am 19. August 2015 war der Schladminger Gletscher zu 95% ausgeapert. Eine noch nie dagewesene Situation, die die rasante Klimaerwärmung manifestiert. Die grauschwarze Gletscheroberfläche signalisiert eine Weltuntergangsstimmung und keinesfalls ein erfreuliches Urlaubserlebnis für den hochalpinen Massentourismus. Die Gletschermassen senken sich immer schneller zum felsigen Untergrund hinab. Immer öfters werden immer großflächigere "Leichentücher" zum Erhalt der Skieinrichtungen auf die mit Pistenraupen aufgebrachte Schneefläche aufgelegt. Der mit Plastik abgedeckte Eispalast ist der Umweltschandfleck des touristischen hochalpinen Gletscherangebots. Mit elektrischer Energie gekühlte Eisfiguren werden mit hässlichen Planen vor dem Abschmelzen gesichert. Er ist das Symbol der alpinen Umweltzerstörung. Die Politik hat wie in vielen anderen Bereichen kläglich versagt. Die Politiker wussten und wissen zwar um die Umwelttragödie, doch glauben sie alles nach Wunsch der Wirtschaft richten zu müssen. Die Politik hat die Umweltsünden genehmigt und auch oftmals mit finanziellen Mitteln gefördert. Wir erhalten nun bereits die Rechnungen aus der Umwegrentabilität des Klimawandels: Wetterkatastrophen, Wirtschaftsflucht, Religionskriege, Völkerwanderungen. Die unersättliche Geldgier einiger weniger Reicher und Superreicher hat neben zu schnellem Wachstum, Schulden, Unfrieden auch das derzeitige Chaosklima zu verantworten. Der Mittelstand bezahlt die Schulden. Die ärmsten Länder leiden jedoch unter diesem Klima am meisten. Wo bleibt ein enkeltauglicher Naturschutz? Wir brauchen keine kurzsichtige Politik für eine profitgierige Wirtschaft. Nachhaltigkeit ist nur in der Naturzerstörung zu erkennen.

 

Literatur:

HAUTZENBERG, Maximilian: Schutz und Nutzung der Gletscher im alpinen Rechtsraum. Beiträge zu einem nachhaltigen Gletscherschutz in Österreich. Fachbeiträge des Österreichischen Alpenvereins. Serie: Alpine Raumordnung Nr. 38. Innsbruck 2013.

 

 

Ergänzungen und Korrekturen:

25.08.2015

 

 

Meinungen zu diesem Bericht senden Sie bitte an: franz.mandl@anisa.at 

© Alle Rechte vorbehalten! Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Fotos: Franz Mandl

 

weiterführende Links: 

 

http://www.anisa.at/Gletscherzustandsbericht_2015.htm

http://www.anisa.at/Gletscherzustandsbericht_2014.htm

http://www.anisa.at/Gletscherzustandsbericht_2013.htm

http://www.anisa.at/Gletscherzustandsbericht_2012.htm

http://www.anisa.at/Gletscherzustandsbericht_2011.htm

http://www.anisa.at/Gletscherzustandsbericht_2010.htm

http://www.anisa.at/Gletscherzustandsbericht_2009.htm

http://www.anisa.at/Gletscherzustandsbericht_2008.htm

http://www.anisa.at/Gletscherzustandsbericht_2007.htm

http://www.anisa.at/Gletscherzustandsbericht_2006.htm

http://www.anisa.at/Gletscherzustandsbericht_2003.htm

http://www.anisa.at/Gletscherzustandsbericht_1999.htm

 

 

 

Dachstein-Chronologie: http://www.anisa.at/Dachstein%20Chronologie.htm

 

 

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